“Die Autoeintreiber” – völliger Blödsinn!

Am vergangenen Montag sah ich die Wiederholung von “Die Autoeintreiber” auf RTL2 und war schlicht entsetzt über diesen Schwachsinn, der einem dort als Doku-Soap verkauft wird.

In dieser “Doku-Soap” entwenden einige zwielichtige Gestalten Autos von Menschen, die angeblich ihre Finanzierungsraten nicht bezahlt haben. Angeblich im Auftrag diverser Banken und Versicherungen. Die Prügeltruppe gehört angeblich zu einem Inkassounternehmen (“DA Inkasso”) und führt die Autodiebstähle auf Basis eines Inkassoauftrages aus.

Man erhält dabei den Eindruck, als dürften Inkassounternehmen alleine auf Grund eines, vom Gläubiger erteilten, Inkassoauftrags Autos pfänden, Gewalt anwenden und müssten sich auch sonst nicht mehr an Recht und Gesetz halten. Mit der Realität hat das selbstverständlich rein gar nichts zu tun.
Weder darf ein Inkassounternehmen auf eigene Faust Autos mitnehmen, noch Gewalt anwenden oder ähnliches.  Auch der Inkassoauftrag ist nichts anderes als eben ein Auftrag eine bestimmte Forderung mit rechtsstaatlichen Mitteln einzutreiben und dafür ggf. die zuständigen Organe wie Gerichtsvollzieher o.ä. zu beauftragen.

RTL2 vermittelt hier den Eindruck, dass Inkassounternehmen alles dürften und häufig mit zwielichtigem Mitteln versuchen an das Ziel zu gelangen. Das dies nicht gerade zu einer Verbesserung des sowieso schon nicht besonders guten Rufs der Branche führt sollte jedem klar sein.
Das Ganze dann noch als “Doku-Soap” zu bezeichnen ist an Frechheit fast nicht mehr zu überbieten. Ich möchte nicht wissen wie viele das dort gesehene für echt gehalten haben.

Super RTL2, so kann man eine Branche noch mehr in Verruf bringen!
So ein Schwachsinn sollte verboten werden oder wenigstens so deutlich als Fiktion gekennzeichnet werden, dass es auch der letzte noch bemerkt.

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11 Kommentare zu „“Die Autoeintreiber” – völliger Blödsinn!“

  • Denker sagt:

    Noch schlimmer ist allerdings, dass es durch solche Sendungen Leute gibt, die glauben solche Dinge sind ok.
    Wenn nun ein Inkassounternehmen wirklich solche Methoden anwendet, wehren sie sich nicht dagegen, da sie ja im Fernsehen gesehen haben, dass die das dürfen.

    Und da wundert sich noch einer, dass Abzockfirmen immer noch aktiv sind…..

    • ch sagt:

      Das stimmt natürlich und da es durchaus noch das ein oder andere dubiose Inkassounternehmen gibt, dass sich bisher immer irgendwie aus der Affäre ziehen konnte, ist die Gefahr gar nicht so unrealistisch. Ein Grund mehr solche Sendungen zu unterbinden!

    • ch sagt:

      Interessant bzw. traurig, dass es so einen Blödsinn auch noch in anderen Ländern gibt.

      • Plumber sagt:

        http://www.ftc.gov/bcp/edu/pubs/consumer/autos/aut14.shtm
        “Once you are in default, the laws of most states permit the creditor to repossess your car at any time, without notice, and to come onto your property to do so. But when seizing the vehicle, your creditor may not commit a “breach of the peace.” In some states, that means using physical force, threats of force, or even removing your car from a closed garage without your permission.”

  • mongole sagt:

    Hab die Sendung auch gesehen. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendein Mensch, der intelligent genug ist, die Fernbedienung zu bedienen, diesen Schwachsinn für echt halten kann. Das übertrifft an Unglaubwürdigkeit ja sogar “Zwei bei Kallwass” und “Richter Hold”.

  • Der Fahnder sagt:

    Es ist weder “Schwachsinn” noch “Fiktion”. Es ist Realität. Die BMW-Bank schickt private Detektive raus, um säumigen Zahlern ihrer Leasing- oder Finanzierungsraten ihrer käuflich erworbenen Autos, dieselben, in Nacht-, Tag- und Nebelaktionen abzuholen. Diese Detektive fragen sich in Gestapomanier auch durch die Nachbarschaft durch, bei Nichtantreffen des “Delinquenten”.

    • Inkassogegner sagt:

      Genau deshalb werden zur Desinformation unwissender Bevölkerungskreise derartige Sendungen produziert, damit Privatpersonen “hoheitlich” auftreten können und beispielsweise die Nachbarschaft respektvoll die Fragen beantwortet.
      Informierte dagegen erteilen Hausverbot, rufen die Polizei und erstatten Strafanzeige (z.B. wg. §132 StGB).

  • Tourix sagt:

    Die Privatsender machen halt keine Reportagen sondern Unterschichtenunterhaltung.
    Da muss man sich nicht wundern, dass so etwas dabei herauskommt.

    In der USA läuft es aber wirklich rigider ab als hier.
    Es würde mich daher nicht wundern, wenn es das dort wirklich gäbe.

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